Montag, 24. Dezember 2012

Nicht nur Untertanen und Leibeigene...

Der Weihnachtsansprachen sind schon Einige gehalten - schriftlich und mündlich:

http://www.sueddeutsche.de/politik/weihnachtsanprache-des-bundespraesidenten-gauck-lobt-engagierte-frauen-und-maenner-1.1558367

Er hat auch gelobt  - und gedankt: Hauptsächlich der Bundeswehr in Afghanistan.

Andere hingegen bedanken sich nicht, halten sich nicht damit auf zu loben.
"Liebe Mitbürgerinnen
liebe Mitbürger,
in wenigen Tagen ist Weihnachten, das Fest der
Freude, der Menschlichkeit und der Nächstenliebe.
Die Vorbereitungen laufen bereits, und der
weihnachtliche Schmuck und Lichterglanz umhüllt
unseren Alltag. Und wir alle freuen uns auf
die Atempause, die die Weihnachtsfeiertage uns
schenken. Die weihnachtliche Zeit bietet die Gelegenheit,
den Blick auf das Gemeinwohl zu richten.
Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe und Freiwilligkeit
können nicht staatlich verordnet werden,
sondern zählen zur bürgerschaftlichen Verantwortung
eines Jeden. Ich freue mich deshalb
über alle Bürgerinnen und Bürger, die dies in ihrem
Lebensumfeld ganz praktisch in diesem und
im kommenden Jahr umsetzen – in den Vereinen,
den Kirchen, in der Nachbarschaftshilfe
oder anderen Initiativen. In diesem Sinne wünsche
ich Ihnen und Ihrer Familie ein fröhliches
und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten
Rutsch in das neue Jahr 2013!
Ihr Ralf Eggert, Oberbürgermeister"

Nicht nur Frau Merkel und andere Staatsbedienstete, die sich erhaben dünken - es gibt genug Willfährige, die keinen Dank mehr kennen den ganz normalen Menschen gegenüber, die tagtäglich, ohne lange Reden und überflüssige Fragen, sich sagen, dass das was getan werden muss, eben getan wird - damit alles seine Ordnung hat, als Teil der allgemeinen Lebensqualität, in die auch die Freiheit eingeschlossen sein sollte.

Was würden wir heute einem Marquis aus Don Carlos - bzw. Friedrich von Schiller entgegnen? Dass wir die Qualität von Lebensräumen - von Städten und Orten - abhängig machen von der Anzahl der vorhandenen Klamottenläden, die einen gewissen Andrang von Käufern versprechen? Konsumtempel - wie man heute so schön sagt - als Masstab für Freiheit und Lebendigkeit? Würden wir ihm antworten, dass heute die Konsumfreiheit das Wichtigste ist, also der Masstab dessen, was der Mensch besitzt an Geld, um es umsetzen zu können in diesen Konsum?
Würden wir ihm sagen, dass die Freiheit jener, die das nicht können, mangels der nötigen Masse an Geld, nach wie vor nichts wert ist? Wären wir direkt genug, um ihm zu schildern, wie jene dann gejagt und gescheucht werden, in Zwangsarbeit und Verfolgungsbetreuung? Oder, würden wir Friedrich von Schiller vor einen Fernsehapparat setzen, damit er die wohlfeilen Ansprachen vernehmen kann, die zu diesen Feiertagen wieder genügend vorhanden sind?

Würden wir sagen können, dass wir frei sind?
Was den Ortsfürsten antworten, die genauso nur noch einfordern müssen, auspressen müssen, was das Menschenmaterial und deren Geldbörsen nur immer hergeben, wie es die grosse Politik auch praktiziert?
Oder sind wir schon genauso weit, dass wir nicht mehr merken, was da mit uns getrieben wird?

Der Marquis in Don Carlos von Friedrich von Schiller:
"Ich höre wohl, wie klein,


Wie niedrig Sie von Menschenwürde denken,
Selbst in des freien Mannes Sprache nur
Den Kunstgriff eines Schmeichlers sehen, und
Mir däucht, ich weiß, wer Sie dazu berechtigt.
Die Menschen zwangen Sie dazu; die haben
Freiwillig ihres Adels sich begeben,
Freiwillig sich auf diese niedre Stufe
Herab gestellt.. Erschrocken fliehen sie
Vor dem Gespenste ihrer innern Größe,
Gefallen sich in ihrer Armuth, schmücken
Mit feiger Weisheit ihre Ketten aus,
Und Tugend nennt man, sie mit Anstand tragen.
So überkamen Sie die Welt. So ward
Sie Ihrem großen Vater überliefert.
Wie könnten Sie in dieser traurigen
Verstümmlung - Menschen ehren?"

 


Jaaaa, Sie können es nicht, denn genau das ist es ja, was zu bemerken ist: Die allgemeine Verachtung gegenüber jedem Menschen, der nicht zur vorgegaukelten Erhabenheit passen will.


Wir haben neue Götter, denen geopfert werden muss: Dem Gott des Marktes, des Geldes, Europa, die Banken, dem Gott der Wettbewerbsfähigkeit... usw. Nicht nur in den Kriegen, die wir wieder mitgestalten und mitmachen, sondern auch ganz zivil gibt es wieder Menschenopfer.

Und wieder der Marquis:

"Aber Schade!
Da Sie den Menschen aus des Schöpfers Hand
In Ihrer Hände Werk verwandelten
Und dieser neugegoßnen Kreatur
Zum Gott sich gaben - da versahen Sie's
In etwas nur: Sie blieben selbst noch Mensch -
Mensch aus des Schöpfers Hand. Sie fuhren fort
Als Sterblicher zu leiden, zu begehren;
Sie brauchen Mitgefühl - und einem Gott
Kann man nur opfern - zittern - zu ihm beten!
Bereuenswerther Tausch! Unselige
Verdrehung der Natur! - Da Sie den Menschen
Zu Ihrem Saitenspiel herunterstürzten,
Wer theilt mit Ihnen Harmonie?"



"O Schade, daß, in seinem Blut gewälzt,
Das Opfer wenig dazu taugt, dem Geist
Des Opferers ein Loblied anzustimmen!
Daß Menschen nur - nicht Wesen höhrer Art -
Die Weltgeschichte schreiben! - Sanftere
Jahrhunderte verdrängen andere Zeiten;
Die bringen mildre Weisheit; Bürgerglück
Wird dann versöhnt mit Fürstengröße wandeln,
Der karge Staat mit seinen Kindern geizen,
Und die Nothwendigkeit wird menschlich sein."



 
"Sie wollen pflanzen für die Ewigkeit,
Und säen Tod? Ein so erzwungnes Werk
Wird seines Schöpfers Geist nicht überdauern.
Dem Undank haben Sie gebaut - umsonst
Den harten Kampf mit der Natur gerungen,
Umsonst ein großes königliches Leben
Zerstörenden Entwürfen hingeopfert.
Der Mensch ist mehr, als Sie von ihm gehalten."



"Ja, beim Allmächtigen!
Ja - ja - ich wiederhol' es. Geben Sie,
Was Sie uns nahmen, wieder! Lassen Sie
Großmüthig, wie der Starke, Menschenglück
Aus Ihrem Füllhorn strömen - Geister reifen
In Ihrem Weltgebäude! Geben Sie,
Was Sie uns nahmen, wieder."

Und - was wäre das heute?

" Geben Sie


Gedankenfreiheit ! "


"Sie können es. Wer anders? Weihen Sie
Dem Glück der Völker die Regentenkraft,
Die - ach, so lang - des Thrones Größe nur
Gewuchert hatte - stellen Sie der Menschheit
Verlornen Adel wieder her. Der Bürger
Sei wiederum, was er zuvor gewesen,
Der Krone Zweck - ihn binde keine Pflicht,
Als seiner Brüder gleich ehrwürd'ge Rechte."

Doch was gilt heute noch, was einst ein Dichter sich gedacht?

Immerhin gibt es einen Menschen, der in der Eifel lebend, sich Gedanken über eine Rede machte, wie sie hätte gehalten werden sollen:

"...anstatt das Sie an die hehre deutsche Tradition der Dichter und Denker anknüpfen, bilden Sie ein Tradition der dreisten Dummköpfe, die sich wohlig vor den Bildschirmen räkeln, wenn deutsche Bürger von Exekutoren des Privatfernsehens gedemütigt, entehrt und erniedrigt werden.
Wissen Sie, was Nitzsche dereinst dazu sagte?  ”Nicht durch Zorn, durch Lachen tötet man”.

 "Es ist nur durch den Zustand grenzenloser Dummheit und schrankenloser Einfältigkeit zu erklären, das Sie das offen gepredigte Ende der Demokratie, das offen gepredigte Ende der Leistungsgesellschaft, das offen verkündete Ende der freien Marktwirtschaft kommentarlos schlucken, weil sie die Worte nicht mehr verstehen, geschweige denn die durch die Globalisierung eingeläutete weltweite Vernichtung der Volkswirtschaften auch nur ansatzweise nachvollziehen können – es wäre Ihnen sonst aufgefallen, das die vielen vielen Milliarden, die wir als Hilfe nach Griechenland schicken, dort eine zivilisierte Gesellschaft in bodenlose Armut versinken lassen. So etwas fraglos stehen lassen können nur große Dummköpfe. Es wäre ihnen aufgefallen, das Reichtum und Leistung nichts mehr miteinander zu tun haben, das die freien Marktwirtschaft einer kannibalistischen Raubwirtschaft gewichen ist, die vor allem vom leistungslosen Einkommen lebt und dieses leistungslose Einkommen Jahr für Jahr zu  neuen Rekordwerten führt, während der Staat die armen, alten, kranken und für die Privatwirtschaft nutzlosen Menschen mit Gewalt in Armut hält."

 http://www.nachrichtenspiegel.de/2012/12/23/weihnachtsansprache-des-bundesprasidenten-2012/





1 Kommentar:

  1. Über die Bäume des Paradieses

    "Und der Baum des ewigen Lebens, wie er in Erscheinung getreten ist durch den Willen Gottes, befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen der Reinen unsterblich mache, die hervorkommen werden aus den Gebilden der Armut zum Zeitpunkt der Vollendung des Äons. Die Farbe des Baumes des Lebens aber gleicht der Sonne. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen denen der Zypresse. Seine Frucht gleicht einem Bund von Weintrauben, wobei sie weiß ist. Seine Höhe geht hinauf bis in den Himmel.
    Und neben ihm befindet sich der Baum der Erkenntnis, wobei er die Kraft Gottes hat. Seine Herrlichkeit gleicht dem Mond, wenn er sehr leuchtet. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen Feigenblättern. Seine Frucht gleicht guten, appetitanregenden Datteln. Dieser nun befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen aus dem Schlaf der Dämonen erwecke, damit sie zum Baum des Lebens kommen und von seiner Frucht essen und so die Mächte und ihre Engel verurteilen."

    Diese wundervolle Poesie (Die Schrift ohne Titel / Über die Bäume des Paradieses) ist nicht in der Bibel zu lesen; sie wurde erst 1945 als Bestandteil der "Schriften von Nag Hammadi" (wieder-)gefunden, die im Nachhinein betrachtet als der wertvollste archäologische Fund aller Zeiten anzusehen sind, denn sie beinhalten mit dem Philippusevangelium (NHC II,3) das vergessene Wissen der Urchristen (Gnostiker = Wissende) und mit dem Thomas-Evangelium (NHC II,2) die wahre und ebenso vergessene Erkenntnis des Jesus von Nazareth – und damit den Schlüssel zur Überwindung der Erbsünde und der Verwirklichung des "Himmels auf Erden"! Doch beschäftigen wir uns zunächst mit den "Bäumen des Paradieses", die in der Genesis nicht näher beschrieben sind. "Apfelbäumchen" sind es nicht, aber auch die Zypresse (immergrüner Nadelbaum) und der Feigenbaum (Laubbaum, der seine Blätter im Winter abwirft) sind wiederum nur Symbole für etwas sehr viel Grundlegenderes. Wörtlich übersetzt aus dem Althebräischen heißt der Baum des (ewigen) Lebens "Baum, der Frucht ist und Frucht macht". Es gibt keinen Baum in der Natur, der gleichzeitig "Frucht ist und Frucht macht", aber der Geldkreislauf in einer Volkswirtschaft ist der Gewinn und macht wieder Gewinn! Der Baum der Erkenntnis ist eigentlich der "Baum, der Frucht macht". Das machen zwar viele Bäume in der Natur, aber von der Hypothese, dass es sich bei den "Pflanzen" in der Genesis um natürliche Gewächse handelt, können wir uns jetzt verabschieden. Der Baum der Erkenntnis (von Gut und Böse) ist der Zinsgeldverleih und seine "Frucht" ist der Zins, genauer: der Urzins (Silvio Gesell, 1916) bzw. die Liquiditäts(verzichts)prämie (John Maynard Keynes, 1935)!

    Ab jetzt lassen sich alle anderen Bilder und Metaphern der originalen Heiligen Schrift (die Bibel nur bis Genesis_11,9), die nicht zum Zweck des Moralverkaufs gegenständlich-naiv uminterpretiert wurde, stringent und lückenlos erklären:

    Jüngstes Gericht

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